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Gewässerschutz im Einzugsbereich der Mulde

Eine zuverlässige in die Ökologie eingepasste Abwasserentsorgung ist unabdingbare Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region und für die Sicherung einer hohen Lebensqualität ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Entwicklung vor 1990

VorfluterEin großer Teil der Kanalisation in Eilenburg-Mitte und Eilenburg-Berg entstand Ende des 19. Jh. bis zum Beginn des ersten Weltkrieges. Das Abwasser wurde in Kleinkläranlagen gereinigt und über die Kanalisation dem Vorfluter zugeleitet. Zur Überleitung des Abwassers bei Hochwasser der Mulde wurde ab 1898 eine dampfbetriebene Hochwasserpumpstation in der Martinstraße errichtet, die später auf elektrische Kreiselpumpen umgerüstet worden ist.

1971 ging in Eilenburg-Ost eine Mischwasser-Kläranlage mit Hochwasserpumpstation in Betrieb.
Am Standort Wedelwitz wurde 1982 eine biologische Kleinkläranlage in Betrieb genommen, um die Abwässer aus dem Geschosswohnungsbau in der Grenzstraße, der Straße der Jugend und dem Eigenheimstandort Weinbergstraße zu reinigen. Eine weitere Kleinkläranlage mit Belüftungswalze entstand 1990 in Zschettgau.

Entwicklung nach 1990

Skizze PumpenDie Abwasserentsorgung stellte sich nach 1990 als eine der größten Herausforderungen an die Verantwortlichen in Stadt und Land dar. Die Gründung des Abwasserzweckverbandes "Mittlere Mulde" war der erste Schritt für eine langfristige Struktur der Abwasserentsorgung, die nicht auf eine lokale Separatlösung der Stadt Eilenburg, sondern auf eine regionale Gesamtlösung unter Beachtung der wirtschaftlichen Entwicklung orientierte.

Zu den wichtigsten Investitionen seit Gründung des Verbandes gehört die Zentrale Abwasserreinigungsanlage. Als Kläranlagenstandort wurde ein Gelände im engeren Umfeld der Stadt Eilenburg und der Mulde als Vorfluter gewählt. Die Anlage wurde zwischen 1995 und 1999 mit einem Investitionsvolumen von 14 Mio. Euro am Standort Hainichen errichtet und mit einem großen Teil Fördermittel vom Freistaat Sachsen und der Bundesrepublik Deutschland finanziert. Die Kläranlage ist eine mechanisch-biologische Abwasserreinigungsanlage, die in der Lage ist, das Abwasser von 49 000 Einwohnergleichwerten nach den gesetzlichen Anforderungen zu reinigen. Um das Abwasser zu über 95 % zu reinigen, wird verfahrenstechnisch auf Nitrifikation und Denitrifikation zur Stickstoffelimination zurückgegriffen.

PumpwerkDas gereinigte Abwasser wird über Kanäle der Mulde zugeführt und die Siebrechenrückstände und der anfallende Klärschlamm einer ordnungsgemäßen Verwertung zugeführt.
Neben den Gewerbegebieten "Am Schanzberg", "Eilenburg-Nordost", "Sprotta-Paschwitz", "Krostitz" und "GG ECW-Am Wasserturm" sind die Krostitzer Brauerei und die FRANKEN BRUNNEN GmbH & Co. KG an die Abwasserreinigungsanlage angeschlossen.

Neben der zentralen Abwasserreinigungsanlage gibt es eine weitere dezentrale kleine Kläranlage in Wöllnau.

Die fünf großen Schmutz- und Hochwasserpumpwerke im Stadtgebiet von Eilenburg sind die Kernbauwerke des Abwassernetzes. Sie gewährleisten einen dauerhaften Betrieb der Schmutz- und Regenwasserableitung auch während eines Muldehochwassers und verhindern einen Rückstau in das Netz der Stadt Eilenburg. Der Bau stellte aufgrund der Nähe zur Mulde bzw. zum Mühlgraben große technische Anforderungen.

Ausblick in die Zukunft

Seit seiner Gründung hat der Verband ca. 85 Mio. Euro in die Abwasserreinigung und -entsorgung investiert. Vorwiegend im ländlichen Raum sind weitere Investitionen, vor allem im Kanalbau, in den nächsten Jahren notwendig. Auch die Sanierung des vorhandenen Kanalnetzes stellt dauerhaft einen großen Schwerpunkt dar.

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